Oktober 2003 bis Januar 2005:
Wissenschaftliche Mitarbeit und Organisation eines Forschungs- und Publikationsprojekts der Jungen Akademie, Berlin:
Koordination einer interdisziplinären und bundesweit vernetzten Projektgruppe zum Thema “Manifestation von Gefühlen in audiovisuellen Medien”. Die Publikation der Projektgruppe ist im Herbst 2005 im Fischer Verlag erschienen.
Transformation, Erinnerung und Update eines Pop-Mythos am Beispiel von Tim Burtons Planet of the Apes
Magisterarbeit im Fach Filmwissenschaft von Tillmann Allmer, Herbst 2002
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Juli 2002:
Organisation und Kuration einer Filmreihe zum Symposium “Günther Weisenborn zum 100. Geburtstag” in Langenberg.
Im Rahmen des Symposiums ist von mir ein Aufsatz zu Weisenborns filmischen Schaffen erschienen.
Der komplette Aufsatz über Weisenborns filmisches Schaffen ist erschienen in:
Overhoff, Frank (Hg.): Günther Weisenborn zum 100. Geburtstag, Langeberger Texte 3, Oberhausen 2002, ATHENA Verlag, ISBN: 3-89896-131-1
(Textauszug)
Eine Strasse in dunkler Nacht, lange Schlagschatten wie in einem Film Noir. Zwei Gestapo-Männer beobachten einen parkenden Wagen, der Zeichen mit den Scheinwerfern gibt. Eine blonde Frau, gekleidet in einem hellen Mantel, kommt aus einer Toreinfahrt, steigt in den schwarzen Mercedes Baujahr 1936, der brausend nach rechts losfährt. An der Wand hängt eine blinkende Leuchtreklame mit der Aufschrift “Kino”. Nach kurzem Gespräch zwischen dem Fahrer und der Frau hält der Wagen. Sie: “Warum halten sie auf einmal?”, er: “Ich warte hier auf den Chef unserer Widerstandsgruppe!” Schnitt auf einen rauchenden Mann mit Hut, dunkler Sonnenbrille und schwarzem Mantel. Er steigt in den Fond des Mercedes. In dieser Szene aus Rainer Werner Fassbinders Film “Lili Marlene” (Deutschland, 1980) wird Lale Anderson (gespielt von Hanna Schygulla) angeheuert, um “Beweise, für das, was da in Polen vor sich geht” zu besorgen. Privatreisen nach Polen sind verboten und sie soll als Sängerin Truppenbetreuung an der Ostfront machen, um so Beweismaterial für die Widerstandsgruppe über die Grenze zu bringen. Nach diesem kurzen, konspirativen Gespräch bittet Lale Anderson, “sagen sie mir bitte, wer sie sind”. Der geheimnisvolle Mann steigt aus, beugt sich zu ihr ins Fenster, nimmt die dunkle Sonnenbrille ab und sagt lächelnd bevor er wieder im Dunklen verschwindet, “Ich heiße Günther Weisenborn”.
Dies ist der – meines Wissens – einzige deutsche Spielfilm, in dem Günther Weisenborn (hier gespielt von Rainer Werner Fassbinder) als Figur auf der großen Leinwand auftaucht. Doch Günther Weisenborn, bekannt als Schriftsteller, Dramatiker und Mitglied der Widerstandsgruppe Harnack/Schulz-Boysen, war auch hinter der Filmkamera tätig. Nach eigenen Angaben hatte Günther Weisenborn bis 1949 an “rund 20 Tobis- und UFA-Filmen mitgewirkt” . Auch in den folgenden Jahren finden sich diverse Hinweise auf Weisenborns filmdramaturgisches Schaffen. Einige seiner Bücher dienten als Vorlage für Filme, selbst arbeitete er an Drehbüchern und als Dramaturg für Spiel- und Fernsehfilme. Einige seiner Filmideen, haben jedoch nie das Kinopublikum erreicht. Sein größter Erfolg im Filmgeschäft blieb 1956 die Verleihung des Bundesfilmpreises für das Drehbuch zum Film “Der 20. Juli” (Regie: Falk Harnack). [...]
Herwarth Walden und die Zeitschrift “Der Sturm”
(Magisterklausur von Tillmann Allmer im Fach Publizistik & Kommunikationswissenschaft, Herbst 2001)
Im dynamischen Literaturbetrieb der künstlerischen Avantgarde am Anfang des 20. Jahrhunderts bildeten Zeitschriften ein zentrales Element neben z.B. Kunstausstellungen oder Vortragsabenden. In Form von Zeitschriften fanden junge Autoren ein adäquates Artikulationsforum. Hier konnten publikumswirksam neue Ideen, Ziele und Manifeste verkündet werden und avantgardistische Kunst und Literatur, die in bürgerlichen Kunst- und Literaturzeitschriften keinen Platz hatte, fand eine Form der Publikation. Während der ganzen Moderne waren die Zeitschriften der Avantgarde von großer Bedeutung, da sie oft die ersten Anlaufstellen für Dichter und Maler waren, wenn diese ihre Werke veröffentlichen wollten. Ein Großteil der ausschlaggebenden expressionistischen Texte wurde zunächst in Zeitschriften herausgegeben. Vor allem junge, engagierte Autoren, die im Literaturbetrieb noch nicht oder wenig bekannt waren, griffen auf ein Medium zurück, dass als Ideenträger flexibel und aktuell, realtiv preiswert reproduzierbar und verfügbar war und in dem sie das gesprochene Wort dauerhaft fixieren konnten.
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(Magisterklausur von Tillmann Allmer im Fach Soziologie, Winter 2001)
Mit ihren konstanten Imagewechseln, ihren Parodien von Frauenikonen wie z.B. Marylin Monroe, ihrer Geltendmachung von weiblicher Stärke und Sexualität und ihren Aneignungen aus der Schwulen- und Lesbenkultur kann die Popikone Madonna als medial vermittelte Verkörperung der Argumente Judith Butlers in ihrem Buch “Das Unbehagen der Geschlechter” angesehen werden. In diesem postmodernen, feministischen Text kritisiert Butler eine Politik der weiblichen Emanzipation, die methodisch auf traditionellen Identitätsdefinitionen basiert. Indem Frauen als koherente Gruppe behandelt werden, werden, so Butler, die traditionellen (binären) Geschlechtsdefinitionen weiter gefestigt. Butler legt das soziale Machtgefüge bloss, dass die Normen “natürlicher” Geschlechtsdefinitionen von Männern und Frauen konstruiert. Durch eine solche vordiskurisive (auf natürlicher Determination basierende) Festlegung von Geschlechtsidentitäten, werden, so Butler, Frauen weiterhin untergeordnet und Homosexuelle, Transvestiten und andere Formen von Geschlechtsidentitäten, die sich ausserhalb der traditionellen Geschlechtsdefinitionen situieren, marginalisiert. Butler legt nahe, dass ein subversiver Umgang mit Geschlechtsidentitäten, die Konstruiertheit von Sexualität und Geschlecht aufzeigen könne und kontinuierlich daran arbeite, den normativen Status zu zerstören und dahingehend zu verändern, dass alle kulturellen Konfigurationen von Geschlechtsidentität gleichberechtig sind. Dadurch dass Madonna im Laufe ihrer Karriere auf unterschiedliche Art traditionelle weibliche Stereotype parodiert und selbst Identitäten annimmt, die eine reinen Definition von Madonna als heterosexuellen Frau scheinbar unmöglich machen, wird Butlers Vorstellung von der Möglichkeit für variable Konstruktionen von Geschlechtsidentität sichtbar.
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(Magisterklausur von Tillmann Allmer im Fach Filmwissenschaft, Frühjahr 2001)
In den Vereinigten Staaten flammen immer wieder die Diskussionen auf, wenn es um die Zensur (bzw. die Regulierung) bestimmter Medieninhalte geht. Besonders stark sind diese Diskussionen in den letzten Jahren z.B. bezüglich des noch jungen Mediums Internet. Die Hauptargumente beziehen sich dabei immer auf die Auswirkungen der Inhalte auf die Gesellschaft, sei es Gewalt, Sex und Moral, die Darstellung von Frauen oder von ethnischen Gruppen. Auf der einen Seite argumentieren Gegner von Zensurbestrebungen, dass diese undemokratisch und unamerikanisch seien und verweisen auf das verfassungsmässige Recht auf Meinungs- und Pressefreiheit. Auf der anderen Seite stehen konservative Politiker, Bürgerorganisationen und andere Institutionen, die sich um die Verrohung der moralischen Werte der us-amerikanischen Gesellschaft sorgen. Dabei kann es darum gehen, was für Bücher in öffentlichen Bibliotheken zugänglich sind, um Musikvideos und Rap-Alben, Fotografien, Kunst und natürlich auch um Filme. Sobald ein Medium ein gewisses Maß an Massenwirkung zeigt, gibt es gleichzeitig Diskussionen über die Auswirkungen der Inhalte.
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Zum Umgang mit ethnischem Humor in der jüdischen Sitcom SEINFELD
(Textauszug der Hauptseminararbeit von Tillmann Allmer im Fach Filmwissenschaft, Winter 2000/01)
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Cyborg-Konzepte im Spiegel der Populärkultur am Beispiel von “Newromancer”, “Star Trek” und “Terminator”
Hauptseminararbeit von Tillmann Allmer im Fach Soziologie, Winter 2000/01
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Textauszug der Hausarbeit von Tillmann Allmer im Fach Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft


“Der Krieg”, schreibt Erich Ludendorff, Erster Generalquartiermeister bei der Obersten Hee-resleitung, am 4. Juli 1917 in einem Brief an das Kaiserliche Kriegsministerium, “hat die überragende Macht des Bildes und des Films als Aufklärungs- und Beeinflussungsmittel gezeigt. Leider haben unsere Feinde den Vorsprung auf diesem Gebiet so gründlich ausgenutzt, dass schwerer Schaden für uns entstanden ist.” Die ersten Sätze in der Denkschrift des Generals, die als “Gründungsdokument” der Universum Film AG (Ufa) gilt, lassen den engen Zusammenhang zwischen moderner Kriegführung und der Technik der Kinematographie erkennen. Die Feldherren des Ersten Weltkrieges sehen im Film, der zu diesem Zeitpunkt kaum Älter als zwei Jahrzehnte ist, eine “wirkungsvolle Kriegswaffe”, ein geeignetes Instrument zur massenwirksamen Verbreitung ihrer Propaganda. In den expandierenden Städten der Jahrhundertwende, den Ballungsorten industrieller Produktion, Administration und Distribution, findet das Kino nicht nur sein erstes Publikum, indem es die Vergnügungs- und Zerstreuungsquartiere um ein neues Mittel der Illusionierung bereichert. Die Objektivationen der urbanen Lebenswelt, ihre immanenten Gegensätze von Tempo und Dynamik einerseits und naturnahen Enklaven andererseits, bieten dem Film die adäquate Motivik für seine künstlerischen Möglichkeiten. Mit dem Schwirren der Räder, den Takten ihrer Arbeit und den Illuminationen ihrer Nächte revolutioniert die moderne Großstadt die Erfahrungs- und Denkkategorien von Zeit und Raum. Kein anderes Medium scheint die diffizilen Wahrnehmungsangebote von Tempo, Rhythmus und Licht authentischer vermitteln zu können, als das der `laufenden´ Bilder. Mit dem Blick auf die Stadt und ihre Massen wandelt sich die Ästhetik des apparativen Sehens. Wie und inwieweit das Massenmedium Film unter der Ägide des Nationalsozialismus eine Funktion als Mittel der `geistigen Kriegführung zu erfüllen vermochte, ist der Untersu-chungsgegenstand dieser Arbeit. Das Erkenntnisinteresse richtet sich dabei auf die Rolle und Repräsentation von `Massen´ in dem NS-Spielfilm WUNSCHKONZERT aus dem Jahr 1940. In einer exemplarischen Analyse einiger ausgewählter Sequenzen aus dem Film werden Verknüpfungen zwischen den Massenornamenten der “Revuen” und des Militärs gezogen und auf die Funktion hin betrachtet, welche die Massenmedien Film und Rundfunk für die NS-Propaganda zur Herstellung einer “Volksgemeinschaft”, einer `gleichgeschalteten´ Masse, erfüllten.
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Masse, Ornament, Kriegsrevue – Propaganda im Nationalsozialismus unter dem Aspekt von Massen-Repräsentationen am Beispiel des NS-Spielfilms WUNSCHKONZERT (1940)