Zur Funktion des Melodramatischen in Fassbinders Film LOLA



Textauszug der Hausarbeit von Tillmann Allmer im Fach Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft


In dieser Arbeit wird Fassbinders Film LOLA auf Aspekte einer melodramatischen Mise-en-Scéne untersucht. Mich interessiert, ob sich am Film bestimmte “typische” Formen des Melodramas erkennen lassen und wie diese benutzt werden. Weiter wird überlegt, was für Funktion diese stilistischen Formen erfüllen könnten, ausser das sie Fassbinder vielleicht den Rang eines deutschen Hollywood-Regisseurs einbrachten.

Zunächst schaffe ich einen Überblick über die theoretische Diskussion zum Melodrama und skizziere deren Entwicklung. Das Anliegen eines Überblicks kann im Rahmen dieser Arbeit nur exemplarisch stattfinden, da die theoretische Beschäftigung mit dem Melodramatischen aus den unterschiedlichsten Bereichen schöpft. Im nächsten Teil der Arbeit untersuche ich den Film auf stilistische Formen. Ich konzentriere mich nur auf den Film LOLA, obwohl eine Beschäftigung mit allen drei Filmen der Deutschlandtrilogie sehr aufschlussreich sein könnte. Bei der strukturellen Analyse möchte ich mich hauptsächlich auf die Farbdramaturgie Fassbinders konzentrieren, die bei LOLA im Vordergrund steht. Ergänzend werde ich auch weitere Formen der Mise-en-Scéne untersuchen.

Es besteht die Vermutung, dass Fassbinder mit seinen melodramatischen Zitaten nicht ein klassisches Hollywoodmelodram der 50er Jahre in Deutschland nachspielen wollte, sondern dass sein Ansatz sich in ein differenzierteres Verständnis von historischer Zeit einfügt, in dem Repräsentationen von Gefühlen neben Bildern von Historie eine große Rolle spielen.

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Zur Funktion des Melodramatischen in Fassbinders Film  Lola





Rainer Werner Fassbinder – Ein Repräsentant Deutschlands seiner Zeit?



Textauszug der Hausarbeit von Tillmann Allmer im Fach Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft


Im Ausland wurde Fassbinder seinerzeit sehr viel mehr geschätzt als in Deutschland. Nachdem er einige Bekanntheit im Ausland genoss und seine Filme zu kleinen Erfolgen wurden, sprach man auch langsam in Deutschland von Fassbinder als einen “Repräsentanten Deutschlands”. Diese Sicht hat sich besonders nach Fassbinders Tod 1982 verstärkt. Das Buch “Fassbinder´s Germany – Identity, History, Subject.” von Thomas Elsässer versucht u.a., der Frage nachzugehen, in welchem Maße Fassbinder als Repräsentant Deutschlands gelten kann. Thomas Elsässer brachte Fassbinders ersten Filme 1971 auf ein englisches Filmfestival in Brighton, wo er mit Kritikern der Film-Avantgarde seinen Enthusiasmus für Fassbinder teilen konnte. Nachdem Elsässer 1972 Fassbinders Essay über Douglas Sirk ins Englische übersetzte, schrieb er 1975 zwei Aufsätze in dem ersten englischen Buch über Fassbinder vom British Film Institute . Es folgten mehrere Essays von Elsässer über Fassbinder, bis zu dem vorliegenden Buch.

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