Der komplette Aufsatz über Weisenborns filmisches Schaffen ist erschienen in:
Overhoff, Frank (Hg.): Günther Weisenborn zum 100. Geburtstag, Langeberger Texte 3, Oberhausen 2002, ATHENA Verlag, ISBN: 3-89896-131-1
(Textauszug)
Eine Strasse in dunkler Nacht, lange Schlagschatten wie in einem Film Noir. Zwei Gestapo-Männer beobachten einen parkenden Wagen, der Zeichen mit den Scheinwerfern gibt. Eine blonde Frau, gekleidet in einem hellen Mantel, kommt aus einer Toreinfahrt, steigt in den schwarzen Mercedes Baujahr 1936, der brausend nach rechts losfährt. An der Wand hängt eine blinkende Leuchtreklame mit der Aufschrift “Kino”. Nach kurzem Gespräch zwischen dem Fahrer und der Frau hält der Wagen. Sie: “Warum halten sie auf einmal?”, er: “Ich warte hier auf den Chef unserer Widerstandsgruppe!” Schnitt auf einen rauchenden Mann mit Hut, dunkler Sonnenbrille und schwarzem Mantel. Er steigt in den Fond des Mercedes. In dieser Szene aus Rainer Werner Fassbinders Film “Lili Marlene” (Deutschland, 1980) wird Lale Anderson (gespielt von Hanna Schygulla) angeheuert, um “Beweise, für das, was da in Polen vor sich geht” zu besorgen. Privatreisen nach Polen sind verboten und sie soll als Sängerin Truppenbetreuung an der Ostfront machen, um so Beweismaterial für die Widerstandsgruppe über die Grenze zu bringen. Nach diesem kurzen, konspirativen Gespräch bittet Lale Anderson, “sagen sie mir bitte, wer sie sind”. Der geheimnisvolle Mann steigt aus, beugt sich zu ihr ins Fenster, nimmt die dunkle Sonnenbrille ab und sagt lächelnd bevor er wieder im Dunklen verschwindet, “Ich heiße Günther Weisenborn”.
Dies ist der – meines Wissens – einzige deutsche Spielfilm, in dem Günther Weisenborn (hier gespielt von Rainer Werner Fassbinder) als Figur auf der großen Leinwand auftaucht. Doch Günther Weisenborn, bekannt als Schriftsteller, Dramatiker und Mitglied der Widerstandsgruppe Harnack/Schulz-Boysen, war auch hinter der Filmkamera tätig. Nach eigenen Angaben hatte Günther Weisenborn bis 1949 an “rund 20 Tobis- und UFA-Filmen mitgewirkt” . Auch in den folgenden Jahren finden sich diverse Hinweise auf Weisenborns filmdramaturgisches Schaffen. Einige seiner Bücher dienten als Vorlage für Filme, selbst arbeitete er an Drehbüchern und als Dramaturg für Spiel- und Fernsehfilme. Einige seiner Filmideen, haben jedoch nie das Kinopublikum erreicht. Sein größter Erfolg im Filmgeschäft blieb 1956 die Verleihung des Bundesfilmpreises für das Drehbuch zum Film “Der 20. Juli” (Regie: Falk Harnack). [...]
Herwarth Walden und die Zeitschrift “Der Sturm”
(Magisterklausur von Tillmann Allmer im Fach Publizistik & Kommunikationswissenschaft, Herbst 2001)
Im dynamischen Literaturbetrieb der künstlerischen Avantgarde am Anfang des 20. Jahrhunderts bildeten Zeitschriften ein zentrales Element neben z.B. Kunstausstellungen oder Vortragsabenden. In Form von Zeitschriften fanden junge Autoren ein adäquates Artikulationsforum. Hier konnten publikumswirksam neue Ideen, Ziele und Manifeste verkündet werden und avantgardistische Kunst und Literatur, die in bürgerlichen Kunst- und Literaturzeitschriften keinen Platz hatte, fand eine Form der Publikation. Während der ganzen Moderne waren die Zeitschriften der Avantgarde von großer Bedeutung, da sie oft die ersten Anlaufstellen für Dichter und Maler waren, wenn diese ihre Werke veröffentlichen wollten. Ein Großteil der ausschlaggebenden expressionistischen Texte wurde zunächst in Zeitschriften herausgegeben. Vor allem junge, engagierte Autoren, die im Literaturbetrieb noch nicht oder wenig bekannt waren, griffen auf ein Medium zurück, dass als Ideenträger flexibel und aktuell, realtiv preiswert reproduzierbar und verfügbar war und in dem sie das gesprochene Wort dauerhaft fixieren konnten.
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Keine Altersfreigabe ist besser als eine Klassifizierung, sagen viele amerikanische Independent-Filmemacher und umgehen so die Selbstzensur der Hollywoodindustrie.

Es kommt immer häufiger vor, dass Produktionsfirmen von Independentfilmen die selbstregulierende Altersfreigabe Hollywoods umgehen. Damit widersetzen sie sich den marktregulierenden Mechanismen der Mainstream-Filmindustrie und schaffen neue Wege der Distribution von Filmen mit Inhalten für Erwachsene. Viele unabhängige Filmemacher wollen ihre Filme nicht der studionahen Kontrollkommission einreichen, nur um eine bessere Chance auf ein breiteres Publikum zu erhalten. Die Kontrollkommission bestehe aus einer Gruppe von Eltern, die keine formale Ausbildung im Umgang mit den Nuancen eines Films oder der inhaltlichen Sensibilität in Zusammenhang mit filmischen Kontexten haben, so der häufige Vorwurf. Die Altersfreigabe “NC-17″ (frei ab 18) repräsentiert nicht Inhalte für Erwachsene, sondern steht in den USA in direkter Assoziation mit Pornographie und wird in den meisten Kinos von vornherein nicht gezeigt.
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(Magisterklausur von Tillmann Allmer im Fach Soziologie, Winter 2001)
Mit ihren konstanten Imagewechseln, ihren Parodien von Frauenikonen wie z.B. Marylin Monroe, ihrer Geltendmachung von weiblicher Stärke und Sexualität und ihren Aneignungen aus der Schwulen- und Lesbenkultur kann die Popikone Madonna als medial vermittelte Verkörperung der Argumente Judith Butlers in ihrem Buch “Das Unbehagen der Geschlechter” angesehen werden. In diesem postmodernen, feministischen Text kritisiert Butler eine Politik der weiblichen Emanzipation, die methodisch auf traditionellen Identitätsdefinitionen basiert. Indem Frauen als koherente Gruppe behandelt werden, werden, so Butler, die traditionellen (binären) Geschlechtsdefinitionen weiter gefestigt. Butler legt das soziale Machtgefüge bloss, dass die Normen “natürlicher” Geschlechtsdefinitionen von Männern und Frauen konstruiert. Durch eine solche vordiskurisive (auf natürlicher Determination basierende) Festlegung von Geschlechtsidentitäten, werden, so Butler, Frauen weiterhin untergeordnet und Homosexuelle, Transvestiten und andere Formen von Geschlechtsidentitäten, die sich ausserhalb der traditionellen Geschlechtsdefinitionen situieren, marginalisiert. Butler legt nahe, dass ein subversiver Umgang mit Geschlechtsidentitäten, die Konstruiertheit von Sexualität und Geschlecht aufzeigen könne und kontinuierlich daran arbeite, den normativen Status zu zerstören und dahingehend zu verändern, dass alle kulturellen Konfigurationen von Geschlechtsidentität gleichberechtig sind. Dadurch dass Madonna im Laufe ihrer Karriere auf unterschiedliche Art traditionelle weibliche Stereotype parodiert und selbst Identitäten annimmt, die eine reinen Definition von Madonna als heterosexuellen Frau scheinbar unmöglich machen, wird Butlers Vorstellung von der Möglichkeit für variable Konstruktionen von Geschlechtsidentität sichtbar.
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(Magisterklausur von Tillmann Allmer im Fach Filmwissenschaft, Frühjahr 2001)
In den Vereinigten Staaten flammen immer wieder die Diskussionen auf, wenn es um die Zensur (bzw. die Regulierung) bestimmter Medieninhalte geht. Besonders stark sind diese Diskussionen in den letzten Jahren z.B. bezüglich des noch jungen Mediums Internet. Die Hauptargumente beziehen sich dabei immer auf die Auswirkungen der Inhalte auf die Gesellschaft, sei es Gewalt, Sex und Moral, die Darstellung von Frauen oder von ethnischen Gruppen. Auf der einen Seite argumentieren Gegner von Zensurbestrebungen, dass diese undemokratisch und unamerikanisch seien und verweisen auf das verfassungsmässige Recht auf Meinungs- und Pressefreiheit. Auf der anderen Seite stehen konservative Politiker, Bürgerorganisationen und andere Institutionen, die sich um die Verrohung der moralischen Werte der us-amerikanischen Gesellschaft sorgen. Dabei kann es darum gehen, was für Bücher in öffentlichen Bibliotheken zugänglich sind, um Musikvideos und Rap-Alben, Fotografien, Kunst und natürlich auch um Filme. Sobald ein Medium ein gewisses Maß an Massenwirkung zeigt, gibt es gleichzeitig Diskussionen über die Auswirkungen der Inhalte.
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Dokumentarfilmfestivals in Amsterdam und Duisburg
erschienen in: Filmforum – Zeitschrift für Film und andere Künste, Heft 10 (Feb./März 1998), S.11f.
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erschienen in: Filmforum – Zeitschrift für Film und andere Künste, Heft 8 (Sept./Okt. 1997), S.9
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erschienen in: Filmforum – Zeitschrift für Film und andere Künste, Heft 8 (Sept./Okt. 1997), S.42
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erschienen in: Filmforum – Zeitschrift für Film und andere Künste, Heft 7 (Juli/Aug. 1997), S.50
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Ein Rückblick auf das 5. Filmfestival Potsdam
erschienen in: Filmforum – Zeitschrift für Film und andere Künste, Heft 7 (Juli/Aug. 1997), S.27-29
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