Video 2.0 – Clip-Entertainment auf YouTube & Co.

Visual Presentation/Panel im Rahmen des 22. internationalen Kurzfilmfestival interfilm Berlin, 7. – 12. November 2006

Videoplattformen im Internet wie YouTube sind ein Paradies für bewegte Bilder. Hier wird alles hochgeladen, was die Festplatten an Videodaten hergeben. Vom spröden Handyclip bis zum ausgereiften Kurzfilm präsentiert interfilm die Möglichkeiten des “community-based Entertainment” auf YouTube & Co. und fragt nach den neuen Herausforderungen von Filmfestivals im Bilderrauschen des Netzes.

Veranstaltungsort: 9.11.2006 – 20:00 Uhr – Roter Salon der Volksbühne am Rosa Luxemburg Platz – Kurator: Tillmann Allmer – www.interfilm.de

Vom 7. bis 12. November lädt interfilm Berlin zum 22. Mal zum internationalen Kurzfilmfestival ein. Über 4.000 Filme und Videos aus 94 Ländern wurden zum 22. internationalen Kurzfilmfestival nach Berlin geschickt. 500 Produktionen unterschiedlichster Genres, von Spielfilm über Animations-, Dokumentar- und Kinderfilm bis zum Music Clip wurden für die Wettbewerbe sowie die Spezialprogramme ausgewählt. Neben den Filmprogrammen bietet das Festival Visual Presentations und Podiumsdiskussionen mit internationalen Gästen.

Eines der Themen soll die momentan vieldiskutierte Internet-Videoplattform YouTube sein. Die Visual Presentation ‘Video 2.0 – Clip-Entertainment auf YouTube & Co.’ findet am Donnerstag, 9.11., 20.00, im Roten Salon der Volksbühne statt. Anhand von Beispielen wird die Bandbreite der auf den Internet-Plattformen veröffentlichten Filme präsentiert und die Folgen für das Format Kurzfilm diskutiert.

Das Konzept des “Web 2.0″ ist gekennzeichnet von einer veränderten Nutzung des Internets. Es ist ein Wandel vom Internet als Verbreitungsmedium hin zum Tauschplatz von Inhalten, bei dem der Nutzer gleichzeitig Sender und Empfänger ist. Im Schatten der New Economy-Krise haben sich Portale und Plattformen entwickelt, die durch ihre Softwareprogrammierung eine einfachere Handhabung des Internets ermöglichen. Die Veröffentlichung von Videodateien, die früher detailliertes Technikwissen und Kenntnisse über verschiedene Videoformate erforderte, ist heute beinahe so simpel wie die Versendung einer E-Mail mit Dateianhang. Der Erfolg von YouTube gründet sich auf der einfachen Nutzbarkeit – Onlinevideos sind zum Mainstream geworden.

Was bedeutet diese Entwicklung für den Bereich Kurzfilm? Schon seit Jahren hat das Internet den Ruf eines hervorragenden Verbreitungsmediums für Kurzfilme: Theoretisch können Filmemacher einem Millionenpublikum ihre Filme zeigen. Doch bislang hat der Kurzfilm im Internet eher ein Nischendasein geführt und war meist nur zu finden bei einigen Online-Filmfestivals, auf Portfolio-Seiten von einzelnen Filmemachern oder als Testinhalt für Pilotprojekte zum Thema “Video-On-Demand”. Erst mit der starken Verbreitung von schnellen Internetverbindungen und günstigen Flatrates auch in Privathaushalten erlebten Film und Video im Internet eine neue Blüte.

Videoplattformen im Internet könnten für Kurzfilme die Chance sein, ein weltweites Publikum zu erreichen. Anders als bei Filmfestivals findet auf YouTube keine Auswahl der von den Usern bereitgestellten Videos statt. Popularität und Qualität werden bestimmt durch die Interaktion der Internet-Communities und des direkten Feedbacks des Publikums. Doch was benötigt ein Kurzfilm, damit ein Massenpublikum auf ihn aufmerksam wird? Ein Filmfestival zeigt eine Programmauswahl und spricht damit ein gezieltes Publikum an. YouTube zeigt alles und provoziert damit indirekt eine Diskussion über die sozialen und ökonomischen Folgen des Internets. Es stellen sich Fragen nach der Zukunft der Medien und ihrer Zugänglichkeit für die Nutzer ebenso wie nach der zukünftigen Rolle von Filmfestivals angesichts eines Publikums, das sich zunehmend selbst unterhält.

Teilnehmer:
Eckhard M. Jäger, Organisator des Internet-Filmfestival www.webcuts.org
Jan Mathias Steinforth, Kommunikationsdesigner, www.mateuniverse.com
Bertram Gugel, Medienwissenschaftler, www.gugelproductions.de/blog/
Klaus Dörries, Filmemacher

Moderation:
Tillmann Allmer, interfilm Short Film Distribution, www.interfilm.de



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