Herwarth Walden und die Zeitschrift “Der Sturm”
(Magisterklausur von Tillmann Allmer im Fach Publizistik & Kommunikationswissenschaft, Herbst 2001)
Im dynamischen Literaturbetrieb der künstlerischen Avantgarde am Anfang des 20. Jahrhunderts bildeten Zeitschriften ein zentrales Element neben z.B. Kunstausstellungen oder Vortragsabenden. In Form von Zeitschriften fanden junge Autoren ein adäquates Artikulationsforum. Hier konnten publikumswirksam neue Ideen, Ziele und Manifeste verkündet werden und avantgardistische Kunst und Literatur, die in bürgerlichen Kunst- und Literaturzeitschriften keinen Platz hatte, fand eine Form der Publikation. Während der ganzen Moderne waren die Zeitschriften der Avantgarde von großer Bedeutung, da sie oft die ersten Anlaufstellen für Dichter und Maler waren, wenn diese ihre Werke veröffentlichen wollten. Ein Großteil der ausschlaggebenden expressionistischen Texte wurde zunächst in Zeitschriften herausgegeben. Vor allem junge, engagierte Autoren, die im Literaturbetrieb noch nicht oder wenig bekannt waren, griffen auf ein Medium zurück, dass als Ideenträger flexibel und aktuell, realtiv preiswert reproduzierbar und verfügbar war und in dem sie das gesprochene Wort dauerhaft fixieren konnten.
