Seinfeld – The Show About Nothing

Zum Umgang mit ethnischem Humor in der jüdischen Sitcom SEINFELD

(Textauszug der Hauptseminararbeit von Tillmann Allmer im Fach Filmwissenschaft, Winter 2000/01)

INHALT

1. Einleitung

2. Definition Sitcom
2.1. Serial – Series
2.2. Narration und Handlungsorte der Sitcom
2.3. Actcom – Domcom – Dramedy

3. Zu SEINFELD
3.1. Zur Figurenkonstellation in SEINFELD
3.1.2. Schlemiel – Schlimazl
3.2. Wertezerfall oder Wertewandel?
3.3. Tendenzen des jüdischen Humor in SEINFELD
3.4. Probleme der jüdischen Assimilation anhand der Räumlichkeit in SEINFELD

4. Ethnizität in der amerikanischen Filmkomödie

4.1. Ethnizität und amerikanische Identität
4.2. Subversion von “amerikanischer Identität”

5. Schlussbetrachtung

Literatur

1. Einleitung
In dieser Arbeit untersuche ich die amerikanische Fernsehserie SEINFELD unter Aspekten der Rolle von ethnischem Humor. Beim zufälligen Sehen der Episode “Die Yada Yada-Sache”, während der Referatsvorbereitung zum Hauptseminar “Filmkomödie” im Wintersemester 1999/2000 ist mir ein besonderer Fall von ethnischem Rollenspiel und jüdischem Humor aufgefallen: Ein Zahnarzt möchte zum Judentum konvertieren, um jüdische Witze erzählen zu können. Die amerikanisch-jüdische Hauptfigur Jerry Seinfeld fühlt sich beleidigt und beginnt seinerseits Zahnarztwitze zu erzählen, woraufhin er von seinen Freunden als Zahnarzthasser gebrandmarkt wird. Dieser spielerische, komische Umgang mit Judentum und ethnischen Motiven zieht sich durch diverse Folgen der Serie und erinnert an Traditionen des amerikanisch-jüdischen und ethnischen Humors in Filmkomödien. Meine These ist, dass in SEINFELD der Umgang mit ethnischen Themen und kultureller Identität parodistisch angelegt ist und es zu einer Transformation der Repräsentationen von “Ethnizität” und “amerikanischer Kultur” kommt, wobei eine Neubewertung von Problemen der Assimilation und dadurch resultierende Entfremdung deutlich wird. Anders als in einer Mehrzahl von amerikanischen Sitcoms, werden in SEINFELD ethnische Unterschiede nicht in im Hinblick auf den Traum einer perfekten Assimilation organisiert, sondern vielmehr wird das “Amerikanisch-Seins” dekonstruiert.

Um mich SEINFELD zu nähern, enge ich im ersten Teil der Arbeit zunächst das Genre der Sitcom in Abgrenzung zur Soap-Opera ein und gehe auf die der Sitcom zugrundeliegenden Narrationsmuster ein. In der Analyse zu SEINFELD dient mir die Untersuchung der Figurenkonstellationen, um Tendenzen des jüdischen Humors in der Serie zu benennen. Es fällt auf, dass es auf unterschiedlichen Ebenen zu Brüchen in den Figuren und ein für Sitcoms besonderer Umgang mit Handlungsorten zu erkennen ist, was mich weiter auf die Bedeutung von ethnischem Humor in amerikanischen Filmkomödien und in SEINFELD kommen lässt.

Gesamtumfang der Arbeit: ca. 35 Seiten
Note der Arbeit: 1.0 – “sehr gut”

Bei Interesse an der Arbeit: hier downloaden.




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